Regionalverkehr Oberbayern GmbH
Betrieb: Berchtesgaden
Im Stangenwald 1
83471 Berchtesgaden
Telefon: 08652-944 80
Leitung: Georg Birkner


RVO beschafft 12 Niederflur-Linien-Omnibusse für die Kehlsteinlinie

Die höchste Omnibuslinie Deutschlands führt auf den Kehlstein bei Berchtesgaden. Diese Linie, die vom Regionalverkehr Oberbayern in den Sommermonaten befahren wird, führt von 710 m über NN auf 1710 m. Von dort geht es mit einem Fahrstuhl zum Gipfelhaus in 1835 m Höhe. Auf dieser 6,5 km langen Strecke mit Steigungen bis 24 % werden nicht nur an das erfahrene Fahrpersonal, sondern auch an die Busse höchste Anforderungen gestellt. Während beim Fahrpersonal mit der Anzahl der Linienfahrten zum Kehlstein die Fahrpraxis immer perfekter wird, verhält sich die Technik beim Omnibus völlig anders. Die Leistung sinkt und die Reparaturkosten steigen. Wegen des starken Verschleißes der hoch beanspruchten Antriebe und Verzögerungseinrichtungen werden die Busse nach 4-jähriger Einsatzzeit aus sicherheitsrelevanten und wirtschaftlichen Gründen von der extremen Berglinie auf normale Linien innerhalb des Unternehmens umgesetzt.
So wurde vor Beginn der diesjährigen Kehlsteinsaison die Ersatzbeschaffung von geeigneten Omnibussen notwendig.

Die Produktion der bisher eingesetzten Busse des Typs O 407 von EvoBus Mercedes wurde eingestellt, und es musste ein Bus gefunden, der die Anforderungskriterien für diesen besonderen Verkehr am besten erfüllt. Die Wahl fiel diesmal auf den S 315 NF aus dem Hause EvoBus Setra. Von den 48 Fahrgastsitzen oder vom Rollstuhlplatz für Behinderte können unsere Fahrgäste den Ausblick durch die riesigen Panoramascheiben auf das Gebirgsmassiv des Hohen Göll oder hinunter zum Königssee genießen. Die Kompetenz der Fahrerschaft verbunden mit einer leistungsstarken Klimaanlage verhindern selbst beim ängstlichen Besucher, dass beim Anblick der tiefen Schluchten auf der schmalen Gebirgsstraße der Schweiß auf der Stirn steht.

Damit der Fahrer entspannt und stressfrei seine schwierige Arbeit verrichten kann, wurde der Bus mit einem 260 KW - Motor ausgestattet, mit dem die Bergstrecke im optimalen Drehzahlbereich befahren werden kann. Eine leistungsfähige verschleißfreie Bremsanlage, bestehend aus Retarder, Motorbremse und Konstantdrossel, wobei die Bremswirkung der verschieden Bremsen elektronisch je nach Anforderung gesteuert wird, sorgt bei Bergabfahrt für eine konstante vorgewählte Geschwindigkeit. Diese Kombination reduziert den Bremsenverschleiß und gibt zusätzliche Sicherheit.

Kehlsteinfahrer Georg Winkler, der im letztem Jahr seine 7000. Kehlsteinfahrt absolviert hatte und den Bus testete, war begeistert. Darum war es nur verständlich, dass seine Kollegen zur feierlichen Busübergabe gern nach Ulm reisten, um so schnell wie möglich mit den neuen Bussen die Fahrt zum Kehlstein aufnehmen zu können. Dank der rechtzeitigen Auslieferung und des sommerlichen Wetters kann diesem Wunsch der Fahrer und natürlich auch der vielen Besucher des Kehlsteins bald entsprochen werden.

 

Busfahrt zum Kehlsteinhaus auf Video
 

Linie 847 – „ALM Erlebnis Bus“

Eine Busverbindung zwischen den Gemeinden Weißbach bei Lofer und der bayerischen Ramsau war Anfang der 90er Jahre ein großes Anliegen der damaligen Bürgermeister. Zu Beginn sprachen noch die geschlossene Grenze am Hirschbichl sowie der Nationalpark Berchtesgaden gegen die Einführung einer direkten Busverbindung, außerdem wurde 1994 einer Verbindung vom Königssee über Bad R’hall nach Maria Alm der Vorzug eingeräumt. Dieser Linienverkehr (Linie 9524) nahm erstmals 1995 den Betrieb auf, wurde aber schon im ersten Jahr nicht besonders gut angenommen. Trotzdem hängte man noch ein Versuchsjahr an. Aber auch 1996 war der Bus defizitär und somit war die Gesprächsbereitschaft für eine Busverbindung über die Hirschbichl Landesstraße (L114)von Weißbach bis Ramsau gegeben. Nach einigen Gesprächen wurde unter den betroffenen Institutionen ein Konsens gefunden, welcher für den probeweisen Start der o.g. Busverbindung vom 7. Juli bis 7. September 1996 „grünes Licht“ bedeutete. Die Bilanz zu Jahresende war so erfolgreich, so dass man nur über weitere Verbesserungen und nicht über eine Einstellung nachzudenken brauchte.



In den Anfangsjahren wurden Spezialbusse wie z.B. der Mercedes 405 für den Linienverkehr auf den Hirschbichl eingesetzt. Durch den verkürzten Radstand und die veränderbare Höhe war es möglich, bei voller Auslastung die „Wildbachfurten“ (Wasserrinnen für Schmelzwasser) zu durchfahren, ohne dass der Bus im Unterbodenbereich beschädigt wurde.



Seit 2004 wird ein neuer Bustyp verwendet: der Setra 315 NF. Ebenso wie im Kehlsteinbetrieb genießen die Fahrgäste die Vorzüge der großen Panoramascheiben und der Klimaanlage. Für die erwähnten Durchfahrungen kann der 12-Meter-KOM abgesenkt bzw. angehoben werden. Dieser Bustyp weist neben seinen 44 Sitzplätzen einen separaten Platz für Rollstuhlfahrer auch einen Kinderwagenbereich auf.



Von 1995 an wurde die damalige Linie 9524 unter der Bezeichnung Nationalpark Wanderbus, von 1998 an unter dem Produktnamen „Nationalpark Wanderbus Hirschbichl“ vermarktet. Da Gäste aus den nördlichen Regionen Deutschlands Wandern aber mit Bergsteigen definieren und es in erster Linie gilt, die herrliche Almenlandschaft den Touristen nahe zu bringen wurde die Linie 847 neu in Szene gesetzt . Ab der Sommersaison 2006 verkehren die Busse der RVO und der ÖBB-Postbus GmbH unter der neuen Bezeichnung ALM Erlebnis BUS.



Da sich lt. Ergebnis einer Monitoring-Studie des Nationalparks Berchtesgadener Land ca 80% der Gastzutritte auf bayerischer Seite abspielen, war es auch ein Anliegen der Gde. Weißbach für die Touristen aus dem Pinzgau den Nationalpark BGL und Naturpark Hintertal „schmackhaft“ zu machen. In Zusammenarbeit mit den beiden Projektträgern Gde. Weißbach b. Lofer und Gde. Ramsau, den Tourismusverbänden auf bayerischer und österreichischen Seite, dem Nationalpark BGL, dem Naturpark Hintertal sowie den Busgesellschaften RVO und ÖBB-Postbus und dem Salzburger Verkehrsverbund entstand ein Printprodukt, das den Fahrgästen die wunderschöne Almenlandschaft rund um den Hirschbichl nahe bringen soll.



An den Haltestellen sowie den touristischen Einrichtung finden interessierte Fahrgäste Informationstafeln vor, die über Region und einfache Wandertouren informieren.


Andreas Datz